Gastblogbeitrag Irene Michl / www.irenemichl.at

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Mein großer Auftritt

USP: Das einzigartige Versprechen

Ich hab mich rechtzeitig angemeldet. In Wiener Neustadt in ein RIZ Seminar zu kommen ist bei der großen Nachfrage etwas für Schnelle. Für mich. „Ihr Auftritt kompakt – Präsentieren Sie in 2 Minuten Ihr Unternehmen“. Ich bin dabei. Freudig biege ich auf den Parkplatz, stehe direkt vorm Eingang. Mein Glückstag. Freundliches Grüßen in die Runde. Freude über bekannte Gesichter. Ich bin also nicht der einzige Seminar-Junkie, der sich in seiner Startphase so viele Informationen wie möglich holt. Ich habe einen Sitzplatz in der ersten Reihe. Schon beim Reingehen habe ich mir gedacht, ich präsentiere ja schon durch mein Reinkommen mein Unternehmen – ich schreite aufrecht in den Raum. Ehrlich gesagt, habe ich mir Gedanken gemacht, als ich meinen Kleiderschrank in der Früh aufgemacht habe. Ich werde vor Leuten stehen und ich werde beurteilt werden. Unangenehm? Ja. – Notwendig? Ja, denn schließlich repräsentiere ich ja auch etwas Wichtiges. Mein Unternehmen.

USP – DAS EINZIGARTIGE VERSPRECHEN Thomas Pop nimmt uns mit Charme und Witz auf die Reise zum Wesentlichen mit. Im ersten Teil erfahren wir Theoretisches. Mir als fleißige Seminarbesucherin nicht ganz neu. Aber es tut immer wieder gut, sich daran zu erinnern. Ich schreibe mir einige Ideen auf, die mir beim Zuhören kommen, male wild drum herum. Meine Mitschriften, was soll ich sagen.... Und da ist sie wieder, die Frage nach dem USP. Eigentlich habe ich diese Frage schon vor über 6 Monaten für mich beantwortet. Aber es fühlt sich noch nicht richtig an. Was mache ich, was sonst kein anderer kann? Ich war sieben Jahre im Bildungsbereich im Marketing. Wer kann das sonst noch von sich behaupten? Und ich habe alles, was man im Marketing machen kann, selber operativ erledigt und strategisch geplant. Ich kenn mich aus. Dass ich mich jetzt auf Social Media spezialisiert habe, ist die Erfüllung eines Kindheitstraums. Von klein auf habe ich gerne mit Computern gearbeitet, ich kommuniziere gerne, bin kreativ und wollte natürlich Lehrerin werden. Das alles finde ich in Social Media wieder, in meiner Beratung und meinen Schulungen. Ich mag die Leute, die in der Bildungsbranche tätig sind, sie teilen ihr Wissen. Klar, als Weiterbildungs-Junkie freue ich mich über jeden, mit dem man sich austauschen kann. Tja, jetzt hier beim Schreiben und im Nachhinein betrachtet, ist es wieder stimmig. Es passt. Ich hab ein USP.

IHR AUFTRITT Während des Seminars mache ich mir Notizen, überlege hin und her, was ich denn in der zweiten Hälfte präsentieren möchte. Es fühlt sich unrund an. Dass ich mich da raus stelle und präsentiere ist klar. Deshalb wollte ich dieses Seminar machen, dafür bekomme ich Feedback, hier kann ich üben. Nach der Pause geht es also los. Die Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer stellen sich vorne hin, erzählen in rund zwei Minuten was sie machen (und Hut ab, es lagen viele wirklich gut in der Zeit). Es werden Verständnisfragen von uns gestellt, es werden Visitenkarten gewünscht. Toll. Meine Chance, mich und meine Tätigkeit zu präsentieren. Fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich schon hingestellt, manche Mutigen haben sich mit dem Handy filmen lassen. Es war eine entspannte Atmosphäre, das Feedback von Thomas Pop war wirklich hilfreich. Ich habe mir Stichworte mitgeschrieben, worauf auch ich meinen Fokus legen möchte, wenn ich mich präsentiere. Und doch tat ich es nicht. Ich finde, ich habe nichts Sinnvolles zu berichten. Letzter Aufruf, ich schaue auf die Uhr: 17.59. Jetzt melden macht auch keinen Sinn mehr. Wollen ja sicher alle nach Hause.

WAS ICH GELERNT HABE? Ich habe eine Chance verpasst. Ich hätte mir tolles Feedback holen können. Ich hätte üben können, das was ich mache auf den Punkt zu bringen. Ich hätte Leuten erzählen können, wie toll ich bin und wie viel Spaß mir mein Job macht. Sie hätten es vielleicht weiter erzählt. Hab’ ich nicht. Ich habe aber neue Ideen entwickelt. Ich habe mir wichtige Stichworte aufgeschrieben, ich hatte Zeit zum Nachdenken. Und, ich habe durch Schreiben dieses Beitrags erkannt, dass ich einzigartig bin. Ich werde meinen Gründungsberater um Feedback bitten. Ich habe mein USP gefunden und es kann mir keiner wegnehmen. Jetzt kann ich davon erzählen.