Eva Maria Handl

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Kreativität liegt mir sehr am Herzen!

Deshalb hab ich mir gedacht: Ich probier‘ es einfach!

Kommt dir das bekannt vor? Als Ein-Personen-UnternehmerIn arbeitest du oft alleine. Um dich mit anderen EPU auszutauschen oder gar Tipps von anderen EPU zu bekommen, da musst du dich schon richtig ins Zeug legen: Veranstaltungen besuchen, aktiv Kontakt zu anderen EPU suchen und bei diesem und jenem Netzwerk beitreten. Eva Maria Handl, Schneidermeisterin für Damenmode, hat eine andere Möglichkeit für kreative UnternehmerInnen entdeckt: c hoch 3. Oder: creative community coaching. Was das ist und vor allem was es bringt, hat sie uns im Interview erzählt.

Wir sind 1: Eva Maria, würdest du deine Firma „Genoveva“ kurz vorstellen und uns dann erzählen, was c hoch 3 ist? Eva Maria: Ich bin Damenkleidermachermeisterin und seit vier Jahren selbständig. Ich fertige je nach Kundenwunsch Kleider, Röcke, Mäntel, Jacken uvm. Vom Entwurf bis zu letzten Stich: bei mir kommt alles aus einer Hand! Besonders gerne modernisiere ich Erbstücke und Liebhaberstücke meiner Kundinnen. C hoch 3 ist für UnternehmerInnen der Kreativwirtschaft. Man hat über die Dauer von 6 Monaten die Möglichkeit sich zu vernetzen, an der eigenen Unternehmerpersönlichkeit zu arbeiten und wirtschaftliche Kompetenzen zu erlangen. Und das kostenlos.

Wir sind 1: Und wie bist du auf diesen Lehrgang aufmerksam geworden?

Eva Maria: Hm,… Das Logo von c hoch 3 ist mir immer wieder auf Facebook aufgefallen. Irgendwann hab ich drauf geklickt und mehr darüber gelesen und mir gedacht „ich probier‘ es einfach – ist ja eh immer Glückssache ob man genommen wird“.

Wir sind 1: Nur 20 KreativunternehmerInnen haben dann pro Lehrgang und Bundesland die Möglichkeit teilzunehmen. Da steht man im Wettbewerb mit anderen BewerberInnen. Was denkst du, warum wurdest du für den Lehrgang ausgewählt?

Eva Maria: Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es 80 BewerberInnen gab, viele im Bereich Webdesign und Grafikdesign. Mein Glück war sicher, dass es in meinem Beruf nicht so viele gibt, vor allem wenig junge Menschen. Außerdem habe ich meine Bewerbung ehrlich formuliert, da hat das Komitee sicher gemerkt, dass mir die Kreativität sehr am Herzen liegt. Und dann bin ich locker an die Sache heran gegangen. Es musste ja nicht sein, dass ich dabei bin. Ich habe mich dann sehr gefreut, dass ich teilnehmen konnte.

Wir sind 1: Welche Tipps kannst du anderen interessierten BewerberInnen geben?

Eva Maria: Das ist eine schwierige Frage, weil bei der Zusammensetzung der Gruppe darauf geachtet wird, dass jemand in die Gruppe passt und dass die Gruppe bunt gemischt ist. Man kann selbst schwer lenken, ob man für den Lehrgang interessant ist.

Wir sind 1: Was hat dir c hoch 3 für dein Unternehmen gebracht? Hast du dir dadurch einen Vorsprung zu anderen Schneidermeisterinnen erarbeitet?

Eva Maria: Ja! Es war sehr schön, mit anderen zu arbeiten, mit denen man sich austauschen kann. Einmal pro Monat wurden Themen besprochen, die für einen selbst schwierig waren. Für mich hat es einfach die Möglichkeit bedeutet, ehrlich Probleme anzusprechen und sich gegenseitig weiterzuhelfen. Ich habe mich sehr geborgen gefühlt. Der Netzwerkcharakter war für mich eindeutig das Wichtigste. Aber ich habe auch gelernt mein Unternehmen zu präsentieren. Fachliche Fragen, wie z. B. zu rechtlichen Themen, wurden immer beantwortet.

Wir sind 1: Mich würde auch noch interessieren, ob du bereits an anderen Wettbewerben teilgenommen hast, wie z. B. Kreativwettbewerben, Fashion awards oder Wirtschaftspreisen?

Eva Maria: Ja immer wieder. Bedeutend waren die Euroskills voriges Jahr für mich. Man muss zuerst bei den Staatsmeisterschaften gewinnen, dass man dort überhaupt teilnehmen kann. Der Wettbewerb hat in Frankreich, Lille stattgefunden. Mit einem Kollegen aus Salzburg habe ich im Bereich „Fashion technology“ an einer „Hommage an Ives Saint Laurent“ gearbeitet. Wir haben die Bronze Medaille geholt.

Wir sind 1: Wow, gratuliere! Darauf kannst du wirklich stolz sein! Zum Schluss möchte ich noch wissen: Worauf legst du im Wettbewerb um neue Kunden, auf unterschiedlichen Märkten und vielleicht auch um die eine oder andere Auszeichnung besonders Wert?

Eva Maria: Ich habe nicht viele direkte Konkurrenten, weil es in meiner Nähe wenige DamenkleidermacherInnen gibt. Andere SchneiderInnen sehe ich eher als Kollegeninnen. Wir helfen uns gegenseitig weiter.

Wir sind 1: Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg!

Information für Interessierte:

Die Bewerbungsfrist für den nächsten C hoch 3 Lehrgang in Niederösterreich läuft noch bis

  1. November 2015. Hast du Interesse daran teilzunehmen?
Mehr Informationen zu C hoch 3 holen!