Manuela, Team Wir sind 1

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Hauptsächlich gilt es, sich selbst auszuprobieren

Natürlich ist es wichtig, sich selbst gut präsentieren zu können!

Wenn es um den Fokus "Präsentationstechnik" geht, was liegt da näher, als einen Schauspieler zu fragen, wie er sich erfolgreich präsentiert? Wolfgang Sailer ist Initiator, Regisseur und Schauspieler beim Theatersommer in Gaaden (Infos dazu findet ihr weiter unten).

Wir sind 1 hat Wolfgang zum Interview gebeten.

Wir sind 1: Thema „Präsentationstechnik“: Was fällt dir spontan dazu ein?

Wolfgang: Den eigenen Stil für Präsentationen, Vorträge oder, wenn man es genau nehmen will, eigentlich für Auftritte aller Art zu finden, ist oft nicht ganz so leicht. Hauptsächlich gilt es, sich selbst auszuprobieren: zum Beispiel zu improvisieren, seine Stimme zu erproben oder aber auch die Grenzen der eigenen Konzentration ausloten.

Gerade Schauspieler beherrschen, ohne jetzt dabei überheblich klingen zu wollen, wie keine andere Berufsgruppe den Umgang mit dem Publikum, beziehungsweise Menschen im Allgemeinen. Die Methoden um diesen Umgang zu erlernen oder zu perfektionieren sind vielfältig. Das Wichtigste ist, dass jeder für sich selbst die Methode findet, die ihn am meisten entspricht. Und natürlich mit seinem Talent, das kein unwichtiger Faktor in unserem Gewerbe ist, zu vereinen.

Wir sind 1: Glaubst du es ist wichtig, sich gut präsentieren zu können?

Wolfgang: Natürlich ist es wichtig, sich selbst gut präsentieren zu können. Schließlich will man ja als Schauspieler oder aber auch als Unternehmer seine Mitmenschen von den eigenen Ideen und Visionen überzeugen. In den meisten Fällen will man anderen ein „Produkt“ verkaufen. Gerade heutzutage betrifft dies eigentlich die meisten Arbeits- aber eben auch Lebensbereiche. Und umso überzeugender man sich selbst und seine Ideen verkaufen/präsentieren kann, umso eher ist mit einem Erfolg zu rechnen.

Aber nicht nur eine gute eigene Präsenz ist wichtig. Ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, ist die eigene Leidenschaft für das, was man erreichen/erschaffen will. Wenn man zu hundert Prozent von dem überzeugt ist, was man auf die Beine stellen will, versprüht man automatisch mehr Energie, Enthusiasmus und Selbstsicherheit. Und die eigene Überzeugung, Kraft und die Freude daran sind der Schlüssel zur ehrlichen Darstellung und der Präsentation.

Wir sind 1: Wenn Leute sagen "das ist dann doch einstudiert und künstlich“ - was sagst du dazu?

Wolfgang: Naja, natürlich ist ein Stück oder eine Inszenierung immer einstudiert. Es braucht halt eine gewisse Grundstruktur, um die sich etwas entwickeln kann. Und inwieweit es künstlich ist, ist schwer zu sagen. Es kommt doch immer darauf an, wie das fertige Stück von den einzelnen Zuschauern aufgenommen, beziehungsweise empfunden wird. Diese Künstlichkeit kann ja durchaus auch gewollt sein. Es kommt halt immer drauf an, welches Stück bearbeitet wird und wie der jeweilige Regisseur an die ganze Sache herangeht.

Weiters ist der Vortragende (Schauspieler) auch dafür verantwortlich, etwas so ehrlich und Lebensnah darzustellen, dass es nicht gekünstelt wirkt! Aber selbst im Alltag treffen wir oft auf gekünstelt und übertrieben wirkenden Aktionen oder Verhalten von Personen. Also fast alles ist möglich. Aber sind wir uns doch mal ehrlich: Jeder hat für den Beruf, für den er sich entschieden hat, etwas „einstudiert“ (erlernt). Der einzige Unterschied ist, dass ein Schauspieler diesen Prozess immer wieder aufs Neue durchmacht und immer wieder in neue Rollen schlüpft.

Ich selbst versuche meine Gedanken und meine Umsetzungen vorerst niederzuschreiben und mich dann frei und ehrlich auszudrücken und darzustellen. Es ist nicht immer einfach seine Gedanken jedem sofort klar und verständlich in einer Präsentation oder einer Darstellung zu machen! Im Schauspiel-Bereich gibt es viele Übungen, auch Improvisations-Übungen genannt, um schnell etwas aufzunehmen, darzustellen und umzusetzen. Das ist eine reine Übungssache und wird mit jahrelange Erfahrung leichter.

Wir sind 1: Welche Tipps hast du selbst für das eigene Präsentieren bekommen, die du heute noch anwendest?

Wolfgang: Ich hatte natürlich aufgrund meines Berufes und Werdegangs die Ehre mit tollen Regisseuren, Schauspieler-Kollegen und interessanten Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten und bei Diskussionen dabei zu sein! Alleine durch Erproben oder Erlernen der Rolle eines Stückes setzt man sich intensiver mit den verschiedensten Charakteren auseinander und versucht sich in die verschiedensten Facetten des menschlichen Alltags hineinzuversetzen.

Auch durch meine Vielseitigkeit in mehreren Berufen und Sparten (Musik, Schauspiel oder im Management, Geschäftsführung oder Organisation, auch im Umgang mit Angestellten oder als leitende Person) lerne ich immer mehr dazu, wie wichtig es ist auf das Menschliche und Persönliche einzugehen und nicht darauf zu verzichten. Obwohl es unsere schnelllebige Zeit heutzutage oft nicht zulässt und durch Kommunikationsformen wie E-Mail oder Internet der persönliche Kontakt und das Gespräch immer mehr vernachlässigt werden.

Mein Persönlicher Tipp: Bleibe wie du bist, gehe selbstsicher und ehrlich mit deiner eigenen Art auf Menschen zu ohne dich zu verstellen. Lasse dich nicht verunsichern, bleibe deiner Person treu und behalte dabei immer dein Herz am richtigen Fleck!

Wir sind 1: Lieber Wolfgang, vielen Dank für deinen Einblick!

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THEATERSOMMER in Gaaden:

Der Theatersommer in Gaaden ist eine Privatinitiative der Meierei Gaaden, gespielt wird dabei vor der Hauskulisse der Theatermeierei. Das mit großem Erfolg seit 2008 inszenierte Sommertheater spielt jedes Jahr mit Witz und Musik untermalte, klassische Werke (z.B. 2014 „Bunburry- Ernst sein ist alles“ von Oscar Wilde). Die Texte der dabei interpretierten Lieder stammen von Chansons oder Schlager, aus der Klassik, dem Musical oder basieren auf Filmmusik. www.theatermeierei.at

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