Sabine Nußbaumer

Blog > Work-Life-Balance

Die Ernährungsbalance im Unternehmeralltag finden

Lebensmittel brauchen keine Zutatenliste!

Botschaften zur gesunden Ernährung prasseln viele auf uns ein. Man weiß schon gar nicht mehr, was man jetzt essen SOLL oder DARF. Der Begriff gesunde Ernährung wird gerne missbraucht, um die eigene Meinung dazu, was „Richtig = Gesund“ und was „Falsch = Ungesund“ ist, in die Welt zu schreien. Dabei sieht eine ausgewogene Ernährung für jeden Menschen anders aus.

Genetik, die Prägung der Geschmacksnerven, die Kultur, aus der man kommt, aber auch die eigenen Möglichkeiten (Geld, Auto, Wohnort,…) und nicht zuletzt Erkrankungen und Unverträglichkeiten bestimmen mit, was auf dem Teller landet und ob es uns guttut oder nicht.

Neben Geschmack und Nährwert fließen auch der Wunsch nach nachhaltigen und fairen Anbaumethoden in die täglichen Ernährungsentscheidungen mit ein, denn auch ein schlechtes Gewissen hinterlässt einen schalen Nachgeschmack und mindert den Genuss beim Essen.

Worin über alle Quellen hinweg Einigkeit besteht: Unser Essen und Trinken sollte bunt und abwechslungsreich sein, uns körperlich und geistig nähren. Pflanzliche Nahrung, mit vielen frischen unverarbeiteten Lebensmitteln tut unseren Körpern gut und unterstützt uns dabei gesund und zufrieden zu bleiben!

Was braucht unser Körper im Detail?

  • Flüssigkeit
  • Baumaterial (Proteine)
  • Energie (Kohlenhydrate)
  • Lösungs- bzw. Schmiermittel (die Fette)
  • und eine abwechslungsreiche Auswahl an Ballastoffen, Vitaminen und Mineralstoffen genauso wie sekundäre Pflanzenstoffe.

Wie versorge ich mich gut?

Pack mehr ballaststoffreiche pflanzliche Lebensmittel auf den Teller! Hülsenfrüchte, Gemüse, Salat, (Vollkorn-)Getreideprodukte, Pilze, Sprossen, Kräuter, Obst, Nüsse und Samen wirken im Paket vielen ernährungs(mit)bedingten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ2, KHK und sogar verschiedenen Krebserkrankungen entgegen und ernähren zusätzlich unsere Darmbakterien.

Alles ist erlaubt – auch Fastfood, Schokolade, Limonaden, Alkohol udgl. – in Maßen nicht in Massen. Fleisch, Wurst, Eier, Milch und Käse sollten wieder als etwas Wertvolles verstanden werden, so wie es früher noch beim Sonntagsbraten der Fall war.

Hör auf deinen Körper, biete ihm Abwechslung und verbiete dir keine Lebensmittel (außer du bist allergisch oder hast eine Erkrankung). Was uns nicht guttut wissen wir – und spüren es auch, wenn wir aufmerksam sind. Die meisten Menschen merken, dass eine Familienpackung Chips mit ein paar Bierchen am späten Abend schwer im Magen liegt und uns schlecht schlafen lässt – und machen es trotzdem immer wieder.

Wir Menschen sind keine Maschinen, es gibt viele Stolpersteine dabei, die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Genau aus diesem Grund, um vom Wissen ins Handeln zu kommen, verschlägt es viele Menschen auch ohne Erkrankung in die Praxis eines Diätologen / einer Diätologin zur Ernährungsberatung.

Was passiert bei einer Ernährungsberatung und wie lange dauert so etwas?

Eine Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie ist ein Prozess, der wie jede Behandlung unterschiedlich lange dauern kann. Denken wir zum Beispiel an Muskelverspannungen und Muskelschmerzen. Manchmal hatte man einfach einen harten Tag und ist verspannt, da reicht meist eine Massage-Einheit und alles ist wieder im Lot. Wenn man die Schmerzen jedoch schon lange Zeit hat, dann braucht es mehrere Sitzungen, oftmals auch eine Verordnung von Physiotherapie und zusätzlich zu Massagen muss man daheim spezielle Übungen machen, um zum Erfolg zu kommen – um schmerzfrei zu werden. So ist es auch bei der Ernährungstherapie. Manchmal reicht es aus, sich Ideen zu holen und eine kleine Fragestellung in einer Sitzung zu klären. Meistens benötigt es aber länger, um einen guten und nachhaltigen Weg zur individuellen Ernährungsumstellung zu finden.

In meinen Beratungen konzentriere ich mich anfangs sehr stark darauf, wovon MEHR auf dem Teller landen sollte und WIE und WARUM gegessen wird. Die ersten Eckpfeiler, an denen ich gerne ansetze, sind folgende:

- Der Wasserhaushalt – wieviel Wasser trinkst du & spürst du, wenn du durstig bist?

Warum? Wasser erhält dich am Leben, unser Körper besteht aus rund 60 % Wasser! Deine Organe, dein Gehirn, dein Stoffwechsel, einfach jede Zelle deines Körpers braucht Flüssigkeit, um zu überleben und um arbeiten zu können, um Nährstoffe, Sauerstoff und Abbauprodukte dort hinzuschleusen, wo sie hingehören.

Trink genug Flüssigkeit über den Tag verteilt. Wieviel für dich genug ist, siehst du daran, ob du durstig bist. Die zweite einfache Kontrolle ist die Farbe deines Urins. Ist er hell, bist du auf jeden Fall gut versorgt – ist er sehr dunkel (sehr konzentriert), spür in dich hinein, hast du dein Durstgefühl heute ignoriert oder mehr geschwitzt als sonst, dein Körper möchte gerne mehr Wasser haben!

- WAS motiviert zur Ernährungsumstellung?

Warum möchtest du deine Ernährung verändern? Sind es Verdauungsbeschwerden oder der Wunsch nach einer anderen Ernährungsweise (z.B. vegan)? Ist es die Motivation lange zu leben und möglichst gesund zu altern? Oder soll die sportliche Leistungsfähigkeit verbessert werden?

Das eigene WARUM zu kennen, ist für jede langfristige Veränderung im Leben wichtig. Außerdem lerne ich so auch meine KlientInnen besser kennen, was wiederum dabei hilft, die Ernährungsziele gemeinsam gut zu definieren.

- Nicht nur das WAS, sondern auch das WANN, WIE und WARUM zählt beim Essen!

Kannst du kochen oder kochst du gerne? Was sind deine persönlichen Vorlieben beim Essen? Isst du eher hastig oder langsam? Nimmst du dir Zeit zum Essen? Und auch wichtig: Isst du häufig, um negativen Gefühle „hinunterzuschlucken“? Dazu habe ich einen Podcast-Tipp für dich.

Warum? Es geht darum, (wieder) zu erlernen, auf den eigenen Körper zu hören. In sich hineinspüren und die kleinen Signale wahrzunehmen: Hunger, Durst, satt, Gusto auf… uvm. Wieder bewusst zu spüren: Hat mir das Essen gerade gutgetan oder nicht? Wenn es mir nicht gutgetan hat, was könnte ich verändern?

- Und natürlich geht es auch daran, WAS gegessen und getrunken wird 😉 und was man daran verändern oder verbessern könnte und wie.

Die Umsetzung die Veränderung was man täglich isst, funktioniert aber nur, wenn auch diese ganzen Details, die rund um das Essen herum passieren und das eigene Essverhalten beeinflussen, mitberücksichtigt.

Ein abschließender Gedanke noch, wenn wir über gesunde Ernährung reden, müssen wir auch über einen gesunden Lebensstil sprechen: Bewegung, Sonnenlicht, Familie, Freunde, Sicherheit, Entspannung, Spaß und Abenteuer sind neben der Ernährung essenzielle Puzzleteile, um uns Menschen gesund und zufrieden zu erhalten.

Sabine Nußbaumer ist Diätologin und Kräuterpädagogin. Ihr Motto: diätbefreit leben & genießen. www.diaetbefreit.com

Du möchtest wissen, was die Diätologin kocht?